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Kastration des Rüden


Operation


Unter Kastration versteht man die operative Entfernung beider Hoden. Durch diesen Eingriff wird der Rüde zeugungsunfähig gemacht.

Gründe

Rüden werden in erster Linie kastriert, um unerwünschten, geschlechtsgebundenen Verhaltensweisen entgegenzuwirken. Oft steht erst an zweiter Stelle der Wunsch der Unfruchtbarmachung - meistens, wenn männliche und weibliche Tiere im gleichen Haushalt leben.

Ein weiterer Grund für die Kastration ist der bei jedem intakten Rüden auftretende weiße, schleimige Ausfluss aus der Vorhaut. Dieser Ausfluss läuft zwar unter dem Begriff "Präputialkatarrh", ist aber als völlig normales Phänomen zu beurteilen. Es bestehen große individuelle Unterschiede hinsichtlich der Menge der abgesonderten Flüssigkeit. Eine übermäßige Produktion stellt für viele Besitzer ein hygienisches Problem dar. Mit Spülungen wird nur ein kurzfristiger Erfolg erzielt, weshalb sich einige Besitzer für die Kastration entscheiden. Danach hört der Ausfluss innerhalb weniger Tage auf. Medizinische Gründe für eine Kastration können Veränderungen der Hoden und der Prostata (z.B. Vergrößerung, Entzündungen oder Zysten) sein. Nicht abgestiegene Hoden (Kryptorchiden) müssen ebenfalls frühzeitig entfernt werden, weil das Risiko für die Entstehung bösartiger Hodentumoren sonst sehr groß ist.

Zeitpunkt

Bei Rüden ist der Zeitpunkt der Operation weniger bedeutungsvoll als bei Hündinnen. Rüden werden oft erst als ausgewachsene Tiere kastriert, weil erst dann das als störend empfundene Sexualverhalten voll ausgeprägt ist und nun ausgeschaltet werden soll. Grundsätzlich gilt, dass der Effekt der Kastration auf das Verhalten um so geringer ist, je später die Operation erfolgt. Im Gegensatz zur Hündin kann sich die Kastration beim männlichen Tier auf das Skelettwachstum auswirken. Bei einer Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife dauert das Knochenwachstum länger, und der Rüde wird geringfügig größer.

Vorteile

Mit der Kastration wird eine irreversible Ausschaltung der Sexualfunktion erreicht. Meistens ist jedoch nicht die Fruchtbarkeit, sondern ein aggressives Verhalten der Grund für die Kastration. In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung der verschiedenen Aggressionsarten wichtig, weil nicht alle durch die Kastration gleichermaßen beeinflusst werden. So hat z.B. die Kastration keinen Effekt auf die Aggressivität im Zusammenhang mit Futter oder auf die Aggressivität auf Grund von Angst. Konflikte und Beißereien mit männlichen Artgenossen dagegen lassen sich durch die Kastration mehr oder weniger vermeiden, wobei das Alter des Rüden zum Zeitpunkt der Operation von großer Bedeutung ist. Je älter nämlich der Rüde bei der Kastration ist und je länger er sein Imponiergehabe bereits praktiziert hat, um so geringer ist der Kastrationserfolg.

Wie vorgängig erwähnt, sistiert der Ausfluss aus der Vorhaut nach der Kastration vollständig.

Mögliche Nachteile

Auch bei den Rüden führt die Kastration bei einigen Tieren zu einem gesteigerten Appetit. Wird nicht konsequent auf eine bedarfsgerechte Fütterung und ausreichend Bewegung geachtet, so führt dies zu Übergewicht.
 
Im Gegensatz zur Hündin kann sich die Kastration beim männlichen Tier auf das Skelettwachstum auswirken. Bei einer Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife dauert das Knochenwachstum dann etwas länger und der Rüde wird geringfügig größer. Bei Spaniel-, Langhaardackel- und Irish Setterrüden wird die Fellqualität durch die Kastration in gleicher Weise, jedoch seltener beeinträchtigt als bei den Hündinnen. Es kann also in einigen Fällen zu einem übermäßigen Wachstum des Wollhaares komme und zur Ausbildung eines "Welpenfells".

Als Kastrationsfolge ist Inkontinenz (Harnträufeln) beim Rüden sehr selten. Der unwillkürliche Harnverlust erfolgt besonders im Schlaf und im Liegen. Kastrierte Rüden großer Rassen sind im Vergleich zu kleinen Rassen etwas häufiger betroffen. Die medikamentöse Behandlung ist möglich, aber nicht immer erfolgreich.


Weitere Risiken im Zusammenhang mit der Kastration

Jede Kastration birgt neben den oben erwähnten möglichen Nebenwirkungen wie jede andere Operation auch ein Narkose- und Operationsrisiko.


Was ist das Narkoserisiko?

Moderne schonende Narkosemittel haben die Narkosen auch bei unseren Tieren wesentlich sicherer gemacht. Trotzdem kann es bei jeder Narkose zu unerwarteten lebensbedrohlichen Zwischenfällen kommen, die im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führen können. Diese Zwischenfälle können auch bei völlig gesunden Tieren auftreten. Sie sind jedoch wahrscheinlicher, wenn das Narkoserisiko erhöht ist. Faktoren, die das Narkoserisiko beeinflussen sind zum Beispiel Herzerkrankungen, sehr hohes Alter, Leber- und Nierenerkrankungen sowie andere Vorerkrankungen. Das individuelle Narkoserisiko wird für jeden Patienten und jede Narkose neu ermittelt und besprochen. Ob weitergehende Untersuchungen wie Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen bei ihrem Tier notwendig sind, wird bei der Voruntersuchung geklärt.

Was ist das Operationsrisiko?

Bei jeder Operation kann es im Verlauf der Heilung zu Komplikationen kommen. Dies können Nachblutungen, Wundschwellungen, Wundheilungsstörungen, Infektionen oder auch Unverträglichkeitsreaktionen auf Medikamente oder Nahtmaterialien sein. Das Operationsrisiko ist für jeden Hund und jede Operation verschieden.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an uns, wir beraten Sie gerne ausführlich dazu.