hund

Sprechstunde

Montag - Freitag
 8 - 12 Uhr
15 - 18 Uhr
Samstag
9 - 11 Uhr
Nur nach telefonischer Vereinbarung

Notdienst

Für Kleintiere:
Mo - Fr               bis 21 Uhr
Sa                      um 11 Uhr
So & Feiertags   um 11 Uhr

Für Kunden unserer Praxis und nur nach telefonischer Vereinbarung!

Für Großtiere:
Täglich 24h Notdienst

Bitte beachten Sie: Im Notdienst muss ein höherer Gebührensatz erhoben werden.






Online-Zeitschriften

Kleintiere
Pferde
Rinder
Schweine

Allgemeinmedizin der Rinder


•    Stoffwechselerkrankungen
•    Mastitis
•    Gebärmutterentzündungen
•    Kälberkrankheiten



Stoffwechselerkrankungen

Die Tiergesundheit ist untrennbar mit der Stoffwechselgesundheit verbunden. Stoffwechselstörungen bzw. – erkrankungen wirken sich gravierend auf die Wirtschaftlichkeit der gesamten Herde aus, besonders dann, wenn sie gehäuft als Bestandsproblem auftreten. Bei Entgleisungen des Stoffwechsels entstehen Ketosen, Leberverfettungen, Pansenübersäuerungen (Azidosen) und Milchfieber. Durch die einsetzende Milchleistung nach der Abkalbung steigt der Energiebedarf der Kuh enorm an. Gleichzeitig ist die Futteraufnahme in dieser Zeit relativ niedrig, so dass die Kuh auf Körperreserven zurückgreifen muss. Nahezu jede Kuh bzw. Färse befindet sich in den ersten Wochen nach der Kalbung in einer negativen Energiebilanz.
Hauptansatzpunkt für die Prophylaxe von Stoffwechselerkrankungen ist das Fütterungsmanagement. Während in der Vergangenheit fütterungsbedingte Krankheiten häufig aus einer Mangelversorung resultierten, stehen heute hauptsächlich falsche Rationszusammensetzungen  (nicht bedarfs- und wiederkäuergerecht), abrupte Futterumstellung und fehlerhaftes Management der Tiere im Blickpunkt.

Aber auch bei gutem Management können Stoffwechselerkrankungen nicht in jedem Fall verhindert werden. Durch gezielte und frühzeitige Therapien können sie aber behoben werden und auch Komplikationen wie die Labmagenverlagerung minimiert werden. Hierfür bieten wir Ihnen sowohl eine gezielte Behandlung von Einzeltieren, sowie auch eine individuelle Beratung hinsichtlich der Herdengesundheit und des Fütterungsmanagements.
 

Mastitis

Die Mastitis ist eine entzündliche Erkrankung des Euters. Sie wird (meistens) durch Bakterien verursacht, die über den Strichkanal ins das Euter eindringen. Damit eine Mastitis entstehen kann, müssen potenziell krankmachende (pathogene) Bakterien in das Euter der Kuh eindringen, sich dort festsetzen und vermehren und sie müssen auf einen Wirt treffen, dessen Infektionsabwehrmechanismen unzureichend sind. Während des Melkens und beim Liegen kommen die Zitzen der Kühe intensiv in Kontakt mit möglichen Infektionsquellen. Die Bakterien, die beim Melken übertragen werden, verursachen mehrheitlich subklinische Mastitiden und die Bakterien, die von den Liegeflächen stammen, mehrheitlich klinische Mastitiden. Einen natürlichen physikalischen Abwehrmechanismus gegenüber Bakterien aus der Umwelt stellen gepflegte Zitzenhaut, intakte Strichkanalöffnungen und nicht zu leicht melkige Zitzen dar. Dieser Abwehrmechanismus soll das Eindringen und Haften von Bakterien in den Strichkanal verhindern.

Wenn es dennoch zu einer Mastitis gekommen ist, sollten vom Betreuungspersonal folgende Parameter untersucht und festgehalten werden: Allgemeinbefinden, Sekretbeschaffenheit, Tastbefund (Umfangsvermehrung, Wärme, Schmerzhaftigkeit), Körperinnentemperatur, Futter- und Tränkeaufnahme und Milchrückgang. Desweiteren sollten Milchproben zur bakteriologischen Untersuchung in die Praxis gebracht werden.

Wir unterstützen Sie bei der Therapie von Mastitiden und beraten Sie gerne zur Prophylaxe und zu allen Themen rund um die Eutergesundheit.



Gebärmutterentzündungen

Die Ursachen für eine Gebärmutterentzündung (Metritis) sind vielfältig: Ein gestörter Geburtsverlauf, Totgeburten, eine Nachgeburtsverhaltung oder verschiedene Keime. Gebärmutterentzündungen treten meist in den ersten drei Wochen nach der Kalbung auf, können aber auch später noch entstehen. Die wirtschaftlichen Folgen einer Metritis sind erheblich:

•    verminderte Milchleistung
•    eine verlängerte Zwischenkalbezeit
•    erhöhte Besamungskosten
•    vorzeitiges Merzen der Kuh wegen Unfruchtbarkeit
•    Folgeerkrankungen (Stoffwechselerkrankungen, Mastitiden)
•    Tierarztkosten


Ein richtiges und vor allem rechtzeitiges Eingreifen ist daher entscheidend. Eine Senkung der Krankheitsrate kann oft schon durch eine intensivere Betreuung der Tiere erreicht werden. So ist zum Beispiel neben der Erfassung des allgemeinen Gesundheitsstatus (Allgemeinbefinden, Futter-/Tränkeaufnahme, Milchleistung) das tägliche Fiebermessen in den ersten Tagen eine gute Möglichkeit den Gesundheitszustand der Kuh in dieser sensiblen Zeit zu erfassen. Dabei lässt sich auch schnell erkennen, ob gleichzeitig übel riechender Ausfluss aus der Scheide besteht. Denn je früher mit der Therapie begonnen wird, desto weniger Auswirkungen sind zu befürchten.

Haben Sie weitere Fragen? Wir beraten Sie gerne hinsichtlich der Prophylaxe, Früherkennung und Therapie von Gebärmutterproblemen.



Kälberkrankheiten

Es gibt eine Vielzahl von Kälberkrankheiten. Am häufigsten sind Durchfall, Lungen- und Nabelentzündungen. Nicht nur die Therapie von akuten Erkrankungen, auch die richtige Haltung, Fütterung, Kolostrummanagement und sonstige Versorgung der Kälber sind entscheidend. Wir beraten Sie gerne.



Kälberdurchfall

Wie kommt es zu Kälberdurchfall?

Ersteinmal muss zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Ursachen unterschieden werden. Zu den nicht-infektiösen Ursachen zählen beispielsweise die Verwendung eines falschen Milchaustauschers (MAT), falsche Zubereitung des MAT, zu große Tränkemengen (der Labmagen fasst nur 1,5 l pro Mahlzeit), mangelnde Tränkehygiene oder auch plötzlicher Futterwechsel.

Diese Ursachen lassen sich leicht abstellen. Viele Kälberdurchfälle sind jedoch infektiös bedingt, d.h. für die Entstehung der Erkrankung sind einzelne Erreger oder Mischinfektionen mit mehreren Erregern verantwortlich. Ursachen, die man nicht so leicht abstellen kann. Hierbei handelt es sich am häufigsten um Rota- und Coronaviren, die die Darmschleimhaut massiv schädigen und um bakterielle Erreger wie E.coli, die zu einer vermehrten Wasserausscheidung über den Darm führen. Letztendlich kommt es zu einer regelrechten „Austrocknung" des Kalbes.

Neben Viren und Bakterien können noch Kryptosporidien die Ursache für Durchfall sein. Diese können allein oder in Kombination mit Rota- und Coronaviren den Durchfall verursachen. Bei Kryptosporidien handelt es sich um Einzeller. Die Verbreitung erfolgt durch sogenannte Oozysten, die mit dem Kot ausgeschieden und von andern Tieren wieder oral aufgenommen werden. Die Oozysten können im Kot mittels eines Schnelltests sehr gut nachgewiesen werden.

Gegen Rota- u. Coronaviren sowie E.coli kann eine wirksame Vorbeuge durch die sogenannte Muttertierimpfung betrieben werden. Das Prinzip dieser Impfmethode beruht auf der Bildung von schützenden Antikörpern durch das geimpfte Muttertier, welches diese Antikörper über das Kolostrum bzw. über die Milch an das Kalb abgibt. Dadurch ist das Kalb in der ersten Zeit nach der Geburt solange vor den Auswirkungen der Durchfallerreger geschützt, bis es eine eigene Körperabwehr aufbauen kann. Besonders wichtig ist hier, dass die Kälber nicht nur am ersten Tag nach der Geburt Kolostrum erhalten, sondern die Milch von geimpften Tieren für weitere 5-6 Tage, optimal über 10-12 Tage. Durch eine Verfütterung der Milch von geimpften Muttertieren schafft man eine lokale Barriere im Darm, so dass sich die Viren im Darm nicht mehr anheften können.

Wir bieten Ihnen eine ausführliche Beratung zum Thema Impfungen und anderen prophylaktischen Maßahmen und erstellen bei Bedarf einen individuell auf Ihren Betrieb abgestimmte Therapieplan.



Kälbergrippe

Atemwegserkrankungen wie die Rinder- oder Kälbergrippe sind neben Durchfällen die häufigsten Erkrankungen bei Kälbern im Alter zwischen drei Wochen und neun Monaten. Insbesondere in Mastbetrieben und Betrieben mit intensiver Tierhaltung können diese multifaktoriell bedingten Atemwegserkrankungen zu enormen Verlusten durch ausgeprägte Leistungs- und Entwicklungsstörungen führen. Bei Aufzuchtsbetrieben kommt als weitere Folge noch ein erhöhtes Erstkalbealter hinzu. Grund ist eine mit der Kälbergrippe einhergehende, überschießende Entzündungsreaktion, die schwere und irreversible Lungenschäden zur Folge hat.

Die Kälbergrippe ist eine sogenannte Faktorenkrankheit. Das heißt es wirken mehrere Faktoren zusammen, um sie auszulösen.

Dazu gehören zum einen nicht infektiöse Faktoren wie z.B. :

• Fehler in der Haltung (z.B. Stallklima) oder Fütterung (Kolostrum)
• Zu hoher Keimdruck
• Abwehrschwäche (Stress)

Zu den infektiösen Ursachen der Kälbergrippe gehören

• Viren (Parainfluenza-3, BRS-Viren)
• Bakterien (z.B. Pasteurellen)
• Mycoplasmen

Zur Prophylaxe ist neben der Verbesserung der Haltungsbedingungen eine vorsorgliche Maßnahme die Impfung gegen die Haupterreger der Rindergrippe (BRSV, PI-3 und Mannheimia haemolytica) vor vorhersehbaren Risikoperioden und Stresssituationen wie Absetzen, Futterumstellungen, Transporten, Umstallungen und gemeinsame Aufstallung von Zukaufstieren aus anderen Beständen. Die Impfung sollte mindestens 2 Wochen vor solchen Ereignissen abgeschlossen sein. Ist Rindergrippe im Betrieb ein großes Problem, so ist eine Bestandsimpfung aller Tiere im Betrieb sinnvoll, um den Infektionsdruck zu senken und somit die Ansteckungsgefahr für die Kälber zu minimieren. Außerdem sollten dann auch hochtragende Kühe geimpft werden, um einen hohen Antikörpergehalt im Kolostrum (passiver Schutz) zu erreichen.

Wir beraten Sie gerne bei Fragen zum Thema Haltungsverbesserung, Ausschaltung von Risikofaktoren, Impfung und Therapie von bereits erkrankten Tieren.


Nabelentzündungen

Nabelentzündungen treten hauptsächlich während der ersten sechs Lebenswochen auf. Sie entwickeln sich durch eine bakterielle Besiedlung des Nabelstrangs während oder kurz nach der Geburt. Als begünstigende Faktoren wirken ungünstige Umweltverhältnisse wie z. B. mangelnde Geburts- und Nabelhygiene, nasse Boxeneinstreu, gegenseitiges Belecken usw.

Bei einer normalen Geburt reißt die Nabelschnur etwa eine handbreit unterhalb des Hautnabels. Danach schnellt ein Teil der Blutgefäße und der Urachus (=Verbindung zur Harnblase) zurück in die Bauchhöhle. Wenn allerdings der Nabel zu dicht am Hautnabel reißt (z. B. oft nach Kaiserschnitten, Hinterendlage) bleiben die Blutgefäße und der Urachus im Nabelstumpf oder ragen sogar aus diesem heraus. Da sich bei der Geburt im Nabelstrang noch Blutreste befinden, haben Bakterien hier einen idealen Nährboden. Verschiedenste Erreger können dann eine Entzündung des Unterhautgewebes hervorrufen, die sich entlang der Nabelgefäße bis in die Bauchhöhle (z.B. auch zur Leber) ausbreiten und zur einer Allgemeininfektion mit Fieber führen können. Während beim gesunden Kalb der Nabelstrang bereits nach wenigen Tagen eintrocknet und als bleistiftstarkes Gebilde von der Unterseite des Bauches herabhängt, ist der Nabel bei einer Entzündung verdickt, z.T. verhärtet, schmerzhaft und feucht. Mitunter entleert sich aus der Nabelöffnung auch Harn. Greift die Entzündung auf die Blutgefäße über, kann es durch eine aufsteigende Infektion zur Leberabszessbildung oder auch zur Keimbesiedlung von Lunge, Niere, Gelenken und anderen Organen kommen. Eine derartige Infektion endet sehr häufig tödlich.

Bei rechtzeitiger Behandlung einer lokalisierten Nabelentzündung sind gute Erfolge zu erzielen. Setzt die Behandlung zu spät ein und sind schon Gefäße im Inneren der Bauchhöhle betroffen hilft häufig nur noch eine Operation. Bei noch späterem Behandlungsbeginn können z.B. Leberabszesse und Blutvergiftungen als Folgeerkrankung auftreten, z.T. kann auch die Harnblase mitbetroffen sein, was letztlich häufig zum Tod des Kalbes führt.

Um einer Nabelinfektion vorzubeugen, muss intensiv auf Geburts- und Stallhygiene geachtet werden. Dazu gehören neben einem sauberen und trockenen Untergrund und der lokalen Nabeldesinfektion (Blauspray, Jod) auch die tägliche Kontrolle des Nabels während der ersten 10 Lebenstage. Wichtig ist, dass das Betasten des Nabels nur mit gewaschenen Händen oder mit Plastikhandschuhen erfolgt!

Haben Sie Fragen zum Thema Nabelentzündung? Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.